Faszination Glücksspiel

Die Geschichte des verantwortungsvollen Spielens


Immer wieder kam es im Laufe der Geschichte dazu, dass der Betrieb des Glücksspiels eingeschränkt wurde, weil bestimmte Herrscher dachten, dass das Verbreiten solcher Spiele ihren Interessen schaden könnte. Im antiken Rom war zum Beispiel das Würfelspiel offiziell verboten, in der Bevölkerung aber trotzdem sehr weit verbreitet. Die Gesetze waren sogar so streng, dass ein Haus, in welchem Menschen beim Würfelspiel ertappt wurden, von der Regierung konfisziert werden durfte. Trotzdem wurde sogar von einem römischen Kaiser eine Abhandlung über ein Glücksspiel geschrieben, dass als der Vorläufer des heutigen Backgammons gelten kann. Offenbar war der Kaiser selbst dem Glücksspiel keineswegs abgeneigt. Daran sieht man, dass das Glücksspiel auch in der Oberschicht beliebt war. Am Ende kam die Regierung dem Volk dann auch so weit entgegen, dass man zu bestimmten Feiertagen doch noch legal würfeln durfte.

Im Mittelalter verabschiedete König Richard Löwenherz ein Gesetz, welches es nur Rittern oder Männern von noch höherem Stand erlaubte, um Geld zu Würfeln. Wer kein Ritter war, hatte eben nicht genug Geld, um es sich leisten zu können, etwas zu verlieren. So zumindest die damalige Interpretation des Herrschers.

Im neunzehnten Jahrhundert waren Glücksspiele in machen europäischen Staaten illegal, während sie in anderen völlig legal gespielt werden durften. In der heutigen Zeit ist das Glücksspiel so reguliert, dass manche Spielvarianten nur innerhalb offiziell zu diesem Zweck gemeldeter Geschäfte gespielt werden dürfen. Zum Beispiel dürfen in Deutschland Einarmige Banditen nur in Casinos ausgestellt werden, nicht aber in Bars oder Clubs. Man muss in Deutschland auch volljährig sein, um am Glücksspiel teilnehmen zu können, und in der Werbung für Glücksspiele muss auch darauf hingewiesen werden, dass es theoretisch süchtig machen kann. Es geht schließlich um den verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld, das eingesetzt wird. Man sollte immer nur so viel Geld setzen, wie man bequem verlieren kann, vielleicht sogar eher noch ein bisschen weniger. Dadurch lernt man das Spiel und sich selbst als Spieler erst einmal etwas besser kennen und kann später die Einsätze langsam erhöhen. Aber das kommt auf die Art des Spiels an.

In manchen Filmen wird theatralisch inszeniert, wie Menschen um „Leib und Leben“ spielen. Diese Darstellungen gehen noch auf die eher etwas paranoiden Vorstellungen der früheren Zeiten zurück, in denen es keinen vernünftigen rechtlichen Rahmen für das Ausführen von Glücksspielen gab. Das Glücksspiele der Gesellschaft grundsätzlich nicht schaden, ist heute offensichtlich. In Deutschland nehmen Umfragen zufolge knapp über 50% der Bevölkerung regelmäßig an Glücksspielen Teil und das Land gehört gemessen am Bruttoinlandsprodukt zu den reichsten Ländern der Welt.

Es ist historisch sogar so, dass Länder, in denen das Glücksspiel legal war, davon profitieren konnten, wenn es in anderen Ländern verboten wurde. So profitierte Monaco erheblich davon, dass im neunzehnten Jahrhundert in Frankreich die Spielbanken auf Erlass der Regierung geschlossen werden mussten. Die Leute gingen einfach ins Ausland, um zu spielen, und die Regierung verlor dadurch einiges an Geld, dass sie über Steuereinnahmen von den Spielbanken hätte bekommen können.

Glücksspiel kann sogar zu einer Quelle des Wohlstandes für eine ganze Region werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Stadt Las Vegas in Amerika, die mitten in der Wüste liegt und von der geographischen Lage her eigentlich nicht viel zu bieten hat. Trotzdem erlebte die Stadt einen großen Aufschwung durch die Legalisierung von Glücksspiel im Staat Nevada. Die Menschen aus den anderen Staaten strömten nach Las Vegas, was zur Folge hatte, dass natürlich mehr Geld in die Stadt floss, wodurch dann die gesamte Infrastruktur ausgebaut und verbessert werden konnte.